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Die „doppelte Staatsgründung“ 1949 - Ein Blick auf Mythen und Legenden

Fr, 30.08.2019, 19:00 Uhr

„Literarisch-politisches Gespräch“ am 30. August 2019 mit Prof. Dr. Ludwig Elm (Jena) über seine Schrift: „Adenauer und die Gründung der BRD – ein Glücksfall für NS-Täter, die deutsche Rechte und die NATO“.

Im siebzigsten Jahr der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 und der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 werden Erfolgsberichte über die eine Geschichte – BRD – und eine Mängelliste über die andere Seite – DDR – eine gewisse Konjunktur erleben, zumal mit der Maueröffnung am 9. November 1989 ein weiterer Faden in die Geschichte eingeflochten wurde. Beispielsweise heißt es gern, die „Soziale Marktwirtschaft“ sei über Ludwig Erhard den Westdeutschen mehr oder weniger geschenkt worden. Dass es insbesondere ein Generalstreik der Gewerkschaften mit neun Millionen Teilnehmern war, der am 12. November 1948 den Verzicht auf eine freie Marktwirtschaft ohne Sozialbindung erzwang, wird unterdessen gern unterschlagen. Genauso verhält es sich mit dem Aufbau der westdeutschen Demokratie: Es waren bei weitem nicht nur Demokraten, die hier am Werk waren. Über diese dunkle Seite der ersten Jahre der Ära Adenauer dreht sich das Gespräch.

Nach der Bundestagswahl am 14.8.1949 geht es um die Konstituierung des Bundestages und die Mitte-Rechts-Regierung, die Schlussstrichpolitik zur NS-Vergangenheit, Antikommunismus und Ächtung des Antifaschismus, Westbindung und Wiederaufrüstung, die „131er“ sowie Defizite der Wiedergutmachung für die Opfer der NS-Diktatur.

Prof. Dr. Ludwig Elm, geboren in Greußen/Thüringen, gehörte zu den renommierten Historikern der DDR, die auch in der BRD wahrgenommen wurden. Er lehrte bis 1991 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und machte sich u.a. um die Erforschung der Ideengeschichte des Konservatismus verdient. Neben seinem Wirken im Kulturbund der DDR war er deren Abgeordneter der Volkskammer der DDR (1971-1981) und Mitglied des Deutschen Bundestages für die PDS von 1994 bis 1998.

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro

Rubrik
Vorträge / Lesungen / Diskussionen

Veranstaltungsort
Bürgerhaus
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